Es fischelt am Viktualienmarkt……

Als Brauch am Aschermittwoch hat sich in München das symbolische Geldbeutelwaschen gehalten. Dadurch soll sich der durch den Fasching strapazierte Geldbeutel wieder füllen. Hauptort in München ist dabei der Fischbrunnen am Münchner Rathaus.
Das traditionelle Fischessen will in dieser Stadt keiner versäumen, die Lokale sind voll, man trifft sich mit Freunden, Kollegen, dem Rentnerstammtisch….
Der Fisch beherrscht die Speisekarten dieser Stadt. Die Menüvarianten sind vielfältig, vom Waller, Zander, Karpfen, Saibling bis zu allem was die Meere dieser Welt noch zu bieten haben. Ravioli gefüllt mit Fischmousse, „Katerfrühstück“, Fischburger vom Grill ….

Meine Betriebsrestaurants boten eine Fischwoche an, mit allem was das Herz eines Fischliebhabers höher schlagen läßt. Köstliche Fischbuffets wurden geboten – einfach köstlich – und das zu Kantinenpreisen.
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Seit Wochen habe ich eine bestimmten Fischeintopf im Hinterkopf, den mein Mann bislang erfolgreich boykottieren konnte. Der Marktgang an diesem Samstag hatte ein Hindernis, kurzfristig hatte ich einen Termin zum „Grauschleierentfernen“ erhalten und der dauert immer 2-3 Stunden und so kam es, dass ich meine Einkäufe deligieren mußte und meinem Fischeintopf wieder hint anstellen mußte.
Beim „Grauschleierentfernen“ hörte ich die neuesten fachkundigen Meinungen über den FC Bayern und seinen Trainer, dass Lothar Matthäus jetzt in unserem Viertel wohne, dass das Bistro wieder mal schließen muß, dass die Mode heuer wenig zu bieten hätte, ham alles scho ma „getragen“, wo man am besten botoxt, massiert, entspannt, golft, ja und der „Meinige u. der „Deinige“ mogs halt….
Schmunzelnd ließ ich die Prozeduren über mich ergehen und beteiligte mich – ihr könnt es sicher nicht glauben – in keiner Weise an den Gesprächen.
Gutgestylt und frohen Mutes erreichte mich ein Anruf eines Freundes. Er brauche unbedingt eine gescheite Küchenmaschine – und zwar heute gleich – denn er müsse einen Pizzateig vorbereiten, denn seine Gattin wolle heute Pizza backen …
Nichts tat ich lieber, in meinem Lieblingshaushaltwarengeschäft kenne ich mich bestens aus. Auf dem Weg dortin referierte ich über die Vorzüge der verschiedenen Modelle….
So kam es, dass ich doch noch zum Vikutalienmarkt kam und kurzentschlossen bei meiner Eierfrau vorbeischaute – denn sicher hatte mein Mann nicht wie aufgetragen, Eier zum Backen, zum Frühstück gekauft – für ihn sind halt Eier, Eier.
Die Eierfrau lächelte mich an, vor mir konnte sich ein Paar nicht einigen, wie wieviele Entenbrüste man denn benötige, ob 1/2 Suppenhuhn den reichen würde…..

Ein eigenartiger Geruch machte sich breit, es roch nach Fisch. So hatte es noch nie hier gerochen. Fisch riecht doch erst, wenn er alt ist. Der Vikutalienmarkt liegt doch nicht in irgendeiner Hafenstadt am Meer!
Schon sprachs die Standlfrau aus: “ Gell hier fischelts“, das sagt meine Kollegin schon sei heit in der Fria“. „Vielleicht liegt es am Wind“…

Ein mildes Frühjahrlüftchen streichelte meine Wangen und die schon warme Sonne überredete mich 1/4 Welschriesling zu genießen…
Während der Heimfahrt habe ich meine ganz persönliche Lösung für das „Fischeln“ gefunden. Die Fischhändler hatten zu gut vorgesorgt für den Aschermittwochsansturm – das ist aber meine ganz persönliche Mutmaßung – und muß sicher nicht den Tatsachen entsprechen.

Stolz präsentierte mir mein Mann seinen Einkauf. Er hatte Fisch bekommen. Schönen, lachsroten Saibling. „Sogar ausgenommen u. filetiert“, haben die ihn mir heute..
Wieder schoß es mir durch den Kopf, natürlich haben sie ihn ausgenommen, damit man die trüben Augen, die nicht mehr roten Kiemen nicht bemerkt… – das ist meine ganz persönliche Mutmaßung – und muß sicher nicht den Tatsachen entsprechen.
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So entstand ein etwas eigentümliches Rezept
Zutaten:
4 St Saiblingfilets/o. Lachsforelle
4 St Rosmarinzweige
ca.1OO gramm Haselnussmehl
4- 6 dünn geschnittenen, luftgetrockneten Schinken oder gut marmoriertes Wammerl(Bauchspeck)
Gewürze: ausschließlich aus der Mühle: Meersalz, schwarzer Pfeffer, eine Spur Anis u. Chili
2o gramm gute Butter
2 Eßlöffel Olivenöl

Schritt 1: Haselnussmehl in eine flache Schale oder Teller bereitstellen, Schinken
ausbreiten. Die Filets gefühlvoll würzen und auf jedes einen Rosmarinzweig legen.
Dann mit dem Schinken einwickeln.

Schritt 2: In eine beschichtete Pfanne geben wir Butter u. das Olivenöl und heizen es bei
mittlerer Temperatur auf.

Schritt 3: Nun legen wir unsere Filets mit der Hautseite in das Öl-Buttergeschmiss u. .
braten den Fisch an. Sobald der Rand leichte Rosafärbung erreicht hat wenden
und mit der Restwärme gar ziehen lassen. Dieses „Garziehen“ ist besonders
wichtig, denn diese Filets sind ganz schnell trocken bei zu hoher Temperatur!!
Mit Petersilienkartoffel und grünem Salat (gemischt Feldsalat, grüner Kopfsalat, Eichblattsalat, Frühjahrsspinat ect.) servieren. Schnell, einfach und gut.

Der Fisch hat nicht gefischelt und war sehr lecker. Sollte ich mich doch geirrt haben mit meinen Mutmaßungen.

was ich noch sagen wollte…..

Fasching ist vorbei – wobei die Stadt nur so tut, als feiere sie den hundsnormalen Fasching. Aber das Aschenkreuz wird beim „Aschermittwoch der Künstler“ vom Kardinal auf die Häupter gezeichnet, wie die Süddeutsche mit großem Foto kommentiert.
Der Verteidigungsminister hat sich mit einem „lachenden u. einem „weinenden Auge“ bei Hardrock und ausgesuchten Klängen einen würdigen Abgang verschafft. Mir stellt sich die Frage, was tut er jetzt? Man kann lesen, dass es am Geld nicht hapert, aber eine Aufgabe braucht doch der Mensch! Ist unser Verteidigungsminister an seinem eigenen „Kartenhaus“ gescheitert, gut inszeniert, gut beraten, väterlich umsorgt…..

Irgendwie ist es in der Stadt ruhiger, mir kommts vor als seien die Menschen schon etwas von der Frühjahrsmüdigkeit befallen oder liegt es am angekündigten Streik der Bahn ?

Die U-Bahn fuhr jedenfalls pünktlich, war voll und bescherte mir eine Beoachtung der besonderen Art:

Zwei Mädchen – offentsichtlich Schwestern- klassisch, in dunkelblau gekleidet, markenbewußt natürlich, die schönen aschblonden Haare, zu dicken, langen Zöpfen geflochten, kuschelten sich auf einem Sitz zusammen und die ältere ca. 11-12 umsorgte liebevoll ihre kleine Schwester (7-8) Jahre. Sie flüsterten, lachten miteinander. Dann wurde der Platz neben mir frei. „Mama, hier ist Platz, komm doch“, sagte das ältere Mädchen. Mutter, Mittvierzigerin, gezeichnet vom interlektuellen Stress ihres Lebens, Haare streng zurückgekämmt,Rucksack, ebenfalls klassisch, sportiv angezogen, nahm wortlos platz und richtete zu gleich die offenbar wichtigste Frage des Morgens an das kleine Mädchen:“ Hast Du Dein Buch ?“, sofort kramte das kleine Mädchen, sein Kinderbuch heraus und begann dienstbeflissen zu lesen. Niedlich schaute es über die ebenfalls kleine , klassische, ich nenne sie mal „Gutenbergbrille“ für kleine Mädchen, farblos, unauffällig, interlektuell. Auch die große Schwester begann sofort in einem dicken Buch zu lesen. Mutter laß bereits im gebundenen Buch mit Schutzumschlag. Leider konnte ich den Titel nicht erhaschen. „Hast Du auch das Buch für den Sport dabei ?“
„Ja, Mama“ habe ich auch. Sie öffnete kurz ihre kleine, klassische Tasche…

Dabei gibt es gerade in der U-Bahn für Kinder soviel zu schauen und es ist doch auch einmal schön sich einfach durch die dunkle Röhre in den Tag rattern zu lassen, müssen wir denn immer lesen, denken , rechnen….
Ob diese Kinder später noch lesen ?, ich meine Literatur, keine Exeltabellen..

"Suppenhuhn, blödes Huhn und warum das Huhn in den Topf gehört"

Das Huhn – und jedes Geflügelfleisch im allgemeinen –  hat in unserer Nahrungskette in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewonnen. Große Hühnerfabriken sind entstanden, viel Geld läßt sich hiermit verdienen, denn Hühnerfleisch ist mager, schnell zubereitet und auch da, wo die Religion bestimmte Fleischsorten verbietet, immer herzlich willkommen.

Für mich persönlich ist das Huhn gleich aus mehreren Gründen negativ belegt.
Kein anderes Tier wird so oft „beleidigt“: Da gibt es das blöde Huhn, die dumme Henne, das Suppenhuhn, den Hühnerhaufen, oder gar ein gerupftes Huhn.
um den großen Deutschen Komiker zu zitieren : “ Großer weißer Vogel“…

Es gibt natürlich auch positive Assoziationen wie bei den lustigen Kölnern „Die Höhner“, im flapsig-liebevoll genannten Hühnerabend (für einen Abend unter Frauen), und zeitlos: Das süße Küken….

Eine gute Hühnersuppe! Immer etwas ganz besonderes Gutes und Gesundes und ich wiederhole es gern an dieser Stelle: Das Huhn gehört in den  Topf, denn erst da hat es seine wahre Bestimmung gefunden.
Natürlich gibt es auch hierfür einen guten Grund.. Wieder muß ich etwas weiter ausholen…

Meine Großmutter hielt etwa 25 Hühner und einen Hahn aus den allseits bekannten  Gründen.
Die Hühner liefen frei auf dem Hof herum und wohnten des Nachts im alten Stall. Dunkel war es dort drinnen,  die Deckenhöhe war niedrig, wie es eben oft in den alten Fachwerkhäusern war.

Ein braunes Huhn, namens Tuck Gluck war uns Kindern besonders ans  Herz gewachsen, denn es ließ sich tragen, streicheln und viele Nachmittage setzten wir dieses Huhn zu unserem jüngsten Bruder Thomas in den Kinderwagen und fuhren stolz durch das Dorf. Dieses kindliche Vergnügen hielt jedoch nur solange, bis Tuck Gluck einem allzu hühnerschen Bedürfnis nachgab und auf die im Wagen liegende Luxuswagendecke sch…. – Nun war diese Wagentagesdecke ein Produkt ihrer Zeit: Ein Prachtstück über und über winzigen kleinen gelben Wollpommeln bestückt, in mühsamer Handarbeit  gefertigt, und natürlich Mutters ganzer Stolz. Das war das jähe Ende unserer Ausfahrten mit Tuck Gluck.

Martha dagegen war ein anderes Kaliber. Sie war schneeweißes Huhn, mit einem dunkelroten Kamm, der immer blöd hin- und herwackelte. Martha,  gackerte immer nur aufgeregt herum, wenn auch gar keine Gefahr drohte und fühlte sich wahnsinnig wichtig. Wahrscheinlich dachte Martha, sie wäre besser ein Wachhund, als ein einfaches schneeweisses Huhn.

Tell mein Freund und Weggefährte (Straßenködermischung) haßte dieses Huhn , namens Martha. Dieses Huhn mit dem gelben, krummen Schnabel stolzierte auf dem Hof herum  wie eine  Königin und er war angebunden.
Tell liebte es in der Morgensonne ein ausgiebiges Nickerchen zu halten oder  beschäftigte sich mit einem herannahenden LKW , spitzte die Ohren und konnte mich schon hören und riechen, wenn ich noch 5oo m vom Haus entfernt war.
Immer dann, wenn Tell sich voll konzentrieren mußte, kam dieses freche schneeweisse Huhn heran und pickte sich ein Stück Brot, Fleisch, Gemüse aus seinem Napf. Hunde wurden nämlich damals ganz selbstverständlich von unseren Essensresten ernährt, heute sicher undenkbar.
Martha hielt dann den Kopf schräg, der rote Kamm wackelte und sie schaute ganz ergeben, unterwürfig, grad als könne sie kein Wässerchen trüben und gackerte danach nur umso schriller los, wenn Tell sie versuchte zu erwischen und zu verscheuchen. Das gelang dem armen Kerl aber nie wirklich, denn meist mußte er tagsüber  an der Kette bleiben..  Monatelang hatte ich dieses Treiben nun schon beobachtet. Hier mußte etwas geschehen! Außerdem war es in meinen  – wenn auch kindlichen Augen- eine ausgemachte Tierquälerei, den geliebten Hund an eine Kette zu binden.

Tell sollte sich frei auf dem Hof bewegen können. Martha durfte das ja schliesslich auch! Wann immer ich konnte, und ich unbeobachtet war, ließ ich ihm dann auch seine Freiheit.Tell war ausgezeichnet im Mäusefangen, Hühnerjagen, Feldhasenhetzen und trotzdem gehorchte er mir aufs Wort. Er hatte ganz dunkle, schwarze Augen, die so traurig gucken konnten, dass man ihm freiwillig sein ganzes Pausenbrot überlies.Er war von mittlerer Größe hatte ein seidiges, schwarzglänzendes Fell und auf der Brust ein weißes Dreieck. .
Gut konnte man ihn auch gebrauchen, die Kühe beisamenzutreiben (wir hatten ja nur drei). Treu ergeben wartete er tagtäglich auf mich und rührte sich stundenlang nicht vom Fleck, bis ich dann endlich auftauchte. Er war ein ganz lieber Hund, der niemanddem etwas zuleide tat und insbesondere mich sehr gut beschützte. Bei meinen fast täglich anstehenden Raufereien mit den Buben war er mir eine wertvolle, ja fast lebensrettende Hilfe.

Ich hatte nie Angst, denn mit Tell war ich stark und konnte mir das eine oder andere freche Wort erlauben……

Dann begann sich aber das Blatt für Tell zu wenden. Es fing an mit kleinen unregelmässigen Beschwerden, dass Tell eines der blöden Suppenhühner gehetzt haben soll und es dann vor Schreck tot umgefallen sei. Die angeblichen Beschwerden häuften sich – bis heute glaube ich kein Wort davon – , bis es irgendwann hiess: Tell sei ein Hühnerdieb. Der Familienrat tagte, die übliche Abwägung Nutztier gleich Nahrung gegen Wachhund und Spielgefährte…Ich musste die Familiensitzung nicht verfolgen, um zu wissen, wie es nun ausgehen würde. Es war mir schon bewußt. Sie entschieden: Der Hund muss weg.  Solche Angelegenheiten erledigte, auch bei anderen Bauern, immer der kleinwüchsige, krummbeinige Jagdgehilfe aus dem Nachbarort. Dieser Gnom  trug das ganze Jahr hindurch Knickerbocker, meist in grün, und hatte seinen verwitterten Leinenrucksack auf dem Rücken. Darin befand sich seine Büchse, die angeblich immer scharf geladen war. Er trug auch einen grünen Jägerhut und einen Janker mit Hirschknöpfen. Oft sah ich ihn, und da lugte aus dem Rucksack das Geläuf eines erlegten Rehs oder Hasen. Er war nicht sonderlich beliebt. Seltsame, mir als Kind damals unverständliche Geschichten erzählten sich die Erwachsenen  von dem „Dackel“, wie man ihn allerorten nannte.

Diesen „Dackel“ beauftragte meine Familie nun, meinen geliebten Tell zu erschießen. So wurde mein langjähriger treuer Freund und Weggefährte an meinem 10. Geburtstag – während ich nichtsahnend in der Schule weilte – von diesem „Dackel“ erschossen.
Die Trauer, Wut und grenzenlose Enttäuschung, ja den in mir aufsteigenden Hass, ob dieses sinnlosen Mordens, kann ich auch heute noch nicht in Worte fassen.
Tagelang verweigerte ich daheim das Essen, tobte, heulte, schrie. Schließlich mußte ich aber einsehen, dass mich das nicht weiter- und Tell nicht zurückbrachte. Lange Zeit brütete ich darüber, was ich nun machen könnte.
Etwas ausserhalb des Dorfes, auf dem Weg zum Friedhof stand ein riesiges Wegkreuz. Hier betete ich, dass Gott mir verzeihen möge, für das, was ich nun vorhatte. Schließlich, so argumentierte ich für mich ganz schlüssig, ist das Huhn ja ein Nutztier und für als solches für den Suppentopf bestimmt.  Die Erwachsenen waren an diesem warmen Oktobernachmittag mit der Kartoffelernte  und später im Haus mit der Zwetschgenmusherstellung  beschäftigt. Niemand beachtete mich, alle waren mit dem riesigen Zwetschgenmassen u. Kartoffeln beschäftigt, die es in diesem Jahr gab.. Aus dem alten Stall nahm ich die scharfe „Häb“ (ein langes, machetenartiges Werkzeug zum Fällen kleinerer Bäume) und überprüfte die Schärfe. Auf dem Schleifstein im alten Stall, schliff ich dann die Häb noch mal tüchtig nach.   Die blöde Martha saß gerade auf der Stange und gackerte fröhlich und selbstgefällig beim Eierlegen. Es sollte ihr letztes Ei werden.

Mutig und kraftvoll ergriff ich das laut gackernde Huhn, trug es zum Hauklotz in den Hof, dabei hackte es seinen scharfen Schnabel in meine Hand. Das Blut quoll hervor, aber einen Schmerz empfand ich nicht.  Nur einen Gedanken hatte Platz in meinem  Kopf: Ich hatte mir geschworen, meinen Tell zu rächen.

Wie ich es viele Male beochbachtet hatte,  packte ich das Huhn auf das Hauklotz und mit aller Kraft ließ ich die Häb auf den  Hals des Huhnes sausen. Perfekt getroffen! Der Kopf lag, fein säuberlich abgetrennt , auf dem Hauklotz, aber was war jetzt das??!!! Die blöde Martha sprang vom Hauklotz und lief so ganz ohne Kopf über den Hof, bis sie dort dann tot umfiel. Die Erwachsenen eilten herbei und ich wurde übelst beschimpft, man drohte mir sogar mit „Kerker“ (das waren damals mindestens 6 Wochen Hausarrest, eine sehr harte Strafe!). Mein Großvater stand abseits drehte an seinem „Kaiser-Wilhelm-Bart“ und unsere Blicke begegneten sich kurz, er hatte eine Träne im Auge und ließ die „Bergpredigt“, wie er immer die endlosen Ausführungen seiner Damen (Ehefrau, Töchter) nannte ,gottergeben über sich ergehen.Die Strafe wurde nicht vollstreckt, was ich vorallem der vehementen Intervention meines geliebten Grossvaters zu verdanken hatte.  Dafür wurde ihm auch ebenso regelmässig die Schuld an meiner „Wildheit“ gegeben. Er habe mit seiner freien „Erziehung“eben nicht meinem Freigeist einen Riegel vorschieben können….
Jetzt versteht jeder, warum Hühner für mich in den Topf gehören. Das Rezept meiner Lieblingshühnersuppe, meine Kinder nennen sie „Machmichgesundsuppe“ werde ich bei Gelegenheit ausführlich darstellen.
Noch heute liebe ich es, wenn das fette Suppenhuhn langsam in der Brühe köchelt , mit seinem Eierstock (Martha hatte damals mind. 10 kleine Eier noch legen wollen),lassen ..  Meine Oma löste das Fleisch dann mit dem „Kneipchen“ab und Mutter kochte ein herrliches Hühnerfrikassee mit Reis. Davon wurde man wieder ganz gesund,  es vertrieb Magendrücken, Erkältungen, Sorgen und ich hatte immer das herrliche Gefühl, meinen Tell gerächt zu haben.

"Die Brotzeit wird erwachsen "

Gerade schreibt jeder über, für, und sogar mit Kindern… Ein Redakteur der Süddeutschen schildert, wie wunderbar es doch ist, noch einmal Vater zu werden und sich so ein kleinwenig Jugend zu bewahren, unsere Familienministerin bereitet sich auf ihr „Mutterwerden“ vor….. Ja, es ist  gerade „IN“, sich mit 4 Kindern zu schmücken, ich finde: Gut sooo !!!

Manchmal  – aber nur manchmal – wollte man uns arbeitenden Müttern schon mal einreden —  „ihr seid Rabenmütter“ —–, „das Kind den ganzen Tag in fremde Hände geben“ …. , aber Gott sei Dank klingen die Töne gerade etwas anders! Nur die Mütter haben sich jetzt grad mal wieder anders orientiert – schade drum! -. Passend zum Thema „KinderKinder“ fällt mir da noch eine kleine nette Schubladengeschichte ein:

Hier meine Brotzeit-Kinder-Schublade, von der ich mich nicht trennen kann, und auch nicht trennen will.
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Meine Kinder gingen schon sehr früh in den Kindergarten bzw. in die Kinderkrippe. Besonders wichtig war immer die Brotzeit: sie sollte gesund und gleichzeitig ansprechend sein und sie sollte ein kleines Stück Zuhause zum mitnehmen sein, denn manchmal gab es diese herzzereißenden Szenen, man will lieber mit der Mama … bis dann 5 Minuten später die kleinen Spielkameraden doch wichtiger waren.
Aus Vollkornbrot habe ich Blumen ausgestochen, diese dann mit Käseblumen oder Salamiblumen belegt, auf kleine, bunte stumpfe Spieße habe ich dazu Cherrytomaten, Paprika, Gurkenstückchen gesteckt; kleine Gesichter auf die Brote gezaubert: natürlich immer mit einem lachenden Mund. Je nach Saison hab ich Osterhasenohren aus Karotten an die lustigen Brote gebastelt, und auch mal kleine Eisanbahnzügeüge gestapelt. Ich hab mir gern etwas einfallen lassen, und so gab es im Standardsortiment: Rosinenaugen auf gesunden kleinen Muffins, spätabends oder nachts gebacken. Tolle Tees – selbstverständlich damals schon ohne Zucker – dafür zubereitet mit selbstgezogener Minze aus der bäuerlichen Heimat. Später dann, in der Grundschule steckte ich liebevolle Aufmerksamkeiten in Form von kleinen Nachrichten in die Brotzeit-Box : „Du schaffst das“, „hab Dich ganz doll lieb, Mama“ , oder auch mal kleine Aufkleber mit dem gerade aktuell schwierigsten Buchstaben, oder einfach was zum Freuen: kleinen Holzmarienkäferchen – konnte man später aufkleben – und zum Geniessen: Selbstgebackene bunte Kekse oder gesunde Müsliriegel und natürlich immer immer ganz coole bunte Boxen, Trinkflaschen, – das Auge isst ja schon bei den Kleinen mit! Und selbstredend das Obst immer kindermundgerecht geschnippelt und vorbereitet…

Den ersten Tiefschlag bekam ich ganz unerwartet schon im Kindergarten.
Freudestrahlend kam mein Sohn nach Hause: „Du Mama, heute habe ich meine Brotzeit getauscht, der Manuel wollte auch mal die tollen Käseblumen und den dicken Finnenbrotbär essen und auch meinen Früchtetee fand er „voll cool!!! Soll ich mich jetzt über das Lob vom kleinen Manuel freuen, oder entäuscht sein, dass der Filius so mir-nix-dir-nix die liebevoll gestaltete Brotzeit einfach vertickt? Also sag ich einfach: „Hmm, ja, schön, und was hast Du dafür bekommen?“ Auf das, was jetzt kam war ich nicht vorbereitet: „Ich hab die beste Brotzeit seit ewigen Zeiten dafür bekommen“ sprachs und erklärt mir eifrig: „echtes Kindercola und ganz tolles weisses, weiches Brot mit ganz ganz dick Nutella drauf“- und als ob das noch nicht genug wär um eine hingebungsvolle Brotzeitdesignerin sprachlos zu machen: „Mama, das war viel, viel besser als Deine Gemüsespieße und die Vollkornblumen. Aber sei nicht traurig Mama: Morgen nehm ich dann noch viel mehr von Deiner Brotzeit mit den Gemüsesachen und so mit, weil die Lena, die hat nämlich immer Wackelpudding dabei , so grün, wie eine Giftschlange….“ Das hat wehgetan 😉

Etwas später dann waren meine Brotzeiten total out – peinlich und schrecklich: sie wurden vergessen und verschimmelten einfach in diversen Schulranzen, Taschen und Kinder-Rucksäcken.
Ich musste die Kinder-Brotzeit retten und brauchte eine neue zündende Idee: Also ging ich los und erstand tolle, edel gestylte Edelstahlbehälter für Tee. Und als Brotzeit gabs nun passend für die kleinen „Erwachsenen“: Diverse Sandwiches, raffiniert belegt, Baguettes mit tollem Käse und Salat, oder Seranoschinken, Salami mit Nuß, etwas Kresse dazu … Der Design-Tick hat funktioniert. Zunächst jedenfalls!
Es ging also wieder eine kleine Weile gut, bis … , die nächste Abfuhr kam dann schon nicht mehr so unvermittelt:
“ Du Mama, das ist ein wenig peinlich: Deine Brotzeit! Weißt scho, wir gehen doch mittags immer nach der Schule in die Stadt und da kommt es voll blöd, wenn ich meine Brotzeitbrote, Salate, Snacks, egal was… auspacke, das ist gar nicht mehr cool, die Anderen lachen mich schon aus“. Batsch, das sass!

Die Brotzeitbehältnisse kamen jetzt nur noch selten zum Einsatz, wie zum Beispiel beim Radlausflug, auf Reisen… oder jedweden Outdooraktivitäten mit der Familie. Und als die dann auch immer mehr bestreikt wurden – „ist nicht cool, Mamma!“ – da waren die schönen Dosen nur noch gut für Pferdeleckerlies, Hundekuchen und als Gänsefutter. Es war ein Jammer!!!!

Aber auch ich hab gelernt draus, und liess es fortan bleiben, den Herrschaften meine „Brotzeiten“ aufzudrängen.

Jahre vergingen ohne Brotzeiten oder ihre coolen Behälter. Beim Sohn rückte nun der Abiturtermin näher und näher, und der sonst soo coole Filius hatte am Vorabend des ersten Prüfungstages eine ungewöhnliche Bitte: „Mama kannst Du mir Tee machen – einfach Deinen schwarzen Tee mit Milch – und bitte: Ganz viele Brote mit Käse, oder gekochtem Schinken, Salami, Salat, einfach so viel Du machen kannst – die brauche ich die nächsten Tage! Ach Du, Mamma: Und es wär ganz gut, wenn ich so viel hätte, dass ich auch meinem Freund was abgeben könnte“, weißt Du Mama, dann schaff ich die Prüfungstage mit links“… Tschaka!!! Hab ich mir gedacht. Und dann noch: „So grossartig fühlt sich dann also ein Comeback an!!!“

Gestern habe ich auch wieder eine klassische Brotzeit für meine Tochter gemacht. Denn auch beim Schifahren ist es voll cool, wenn man einen Couscous-Salat dabei hat, für danach noch frische Muffins…, und für die Nachmittags-Jause ein leckeres selbstgebackenes Walnußbrot mit Bergkäse.
Wir liegen wieder voll im Trend! Die Brotzeiten und ich!
Wohl bekomms!

"Winterabschiedsessen für Männer"

Die Woche hatte ich schon davon geredet, von dieser bayrischen geräucherten Surhaxe.
Dieses Gericht gibt es zwei – dreimal im Winter, nur wenn es ganz kalt ist und als Verabschiedung des Winteressens, wenns noch kalt ist und man muß sich beeilen…
Männer lieben es alle – auch wenn sie es oft nicht zu geben wollen –
Die Surhaxe gibt es einmal nur gepökelt u. leicht geräuchert, wie wir es heute kochen möchten. Das Rezept der gepökelten Surhaxe:
http://www.kuechengoetter.de/rezepte/verschiedenes/-bayrische-Surhaxe–2533737.html
Bayrische Surhaxe – geräuchert –
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Hier mein Rezept: (3-4 Personen) einschl. Beilagen, Sauerkraut , Kartoffelpüree
Zutaten:

1 bayrische Surhaxe geräuchert ca 1,5 -2 kg)
500 gramm Sauerkraut ( am besten das aus Ismaning b. München lose aus dem Fass)
1 Stück Sellerie
2 Karotten
1 kleine weiße Zwiebel
1 Lorbeerblatt
100 gramm gewürfeltes Wammerl (Bauchspeck geräuchtert)
8 Wacholderbeeren
1/2Teelöffel Kümmel
1/2 L Weisswein oder Sekt (trocken)
1/4 L Fleisch- oder Gemüsebrühe
1 rohe Kartoffel
1 kleiner Schuß Gin (final)
1 Eßlöffel Butterschmalz

Das Hartgemüse, in mgl klein schneiden (Sellerie, Karotte, Zwiebel), die Wacholderbeeren kurz mit dem Messerrücken etwas anschlagen, damit sie ihr volles Aroma entfalten.
Kümmel, Wammerl, Wein, Gin bereitstellen, die Brühe kurz erwärmen.
Die fette Haxe wartet schon gierig auf ihren Einsatz, aber noch ist sie nicht dran.
In einen großen, bauchigen Topf geben wir das Butterschmalz und schwitzen hierin das Hartgemüse an – ohne das es Farbe bekommt – und lassen die Speckwürfel „mitlaufen“

Nun geben wir das abgetropfte Sauerkraut hinzu und lassen es kräftig anschwitzen, immer kurz rühren, es sollte nicht braun werden. Wenn sich das Kraut mit dem Hartgemüse verbunden hat und einwenig glänzt geben wir die Hälfte des Weines hinzu. Es köchelt, es riecht das ganze Haus/Wohnung nach deftigem Sauerkraut. Nun können wir die den Kümmel, die Wacholderbeeren hinzugeben und die dicke Haxe mit der Schwarte nach unten gleitet in den Topf.
Kurz ankochen lassen und mit den restlichen Wein angießen. Bei geschlossenem Topf ca. 1/2 Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen.
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Dann drehen wir die Haxe, gießen die Brühe an und lassen alles nochmals ca. 1/2 – 3/4 Stunde köcheln. Es ist darauf zu achten, dass im Topf genügend Flüssigkeit verbleibt, ggfs. Brühe nachgießen. Die Haxe geht auf und sollte aber nicht zu weich gekocht werden. Final geben wir einen kleinen Schluck Gin über die Schwarte. Die Haxe nehmen wir aus dem Ofen und stellen sie kurz warm. Dann reiben wir die rohe Kartoffel in das Sauerkraut und die Flüssigkeit bindet sich … Nun können wir mit dampfendem Kartoffelbrei servieren. Wie ich immer wieder feststellen muß, schmeckt dies nicht nur Männern.

Dazu Kartoffelbrei und am besten ein frisches Bier.
Das Rezept für das Püree:
http://www.kuechengoetter.de/rezepte/verschiedenes/-Kartoffelpueree-Variationen–1846326.html

"Peffer-Mango-Wok"

Herrliche brasilianische Mangos – reif -gelb -aromatisch-  hatte ich  von  einer lieben Freundin  direkt aus Brasilien mitgebracht bekommen.  Ein für die Mango würdiges Gericht mußte geschaffen werden.

Aufgrund folgender Begebenheit: 7.30 Uhr in der Früh,  muß noch zur Bank,  will die S-Bahn rechtzeitig  erwischen, ach und kalt ist es, gehe einen Schritt schneller… Oh, je, die  „Frau Klink“ vom Goetheplatz kommt mir entgegen. Es gibt kein Entkommen mehr. „Gries Di Meggie,  Du biast a Brave, immer  in der Fria zsammgericht, recht so… woaßt die  junga , die schlofn bis um 11, genge da zum MC…. koache kenne die fei nix…., die Schrazen kommen net  naus… , sie ist nicht zu bremsen….. I bin so fria dro, hob mer beim Schlachthof Surehaxen kafft, bei dem Weder genau des richtige, woaßt wenns worm werd, da mog i des nima, do schau wos a  drum Haxn.. mei liaba… Endlich habe ich es geschafftt, springe für 1 Station  in den Bus…. da geht mir es durch den Kopf eigentlich müßte ich nochmal die Surhaxe….

Am Abend komme ich heim die brasilianischen Mangos strahlen mich an. Die zündende Idee habe ich . Verschiedene Pfeffersorten, Szechuanpfeffer, Kubenpfeffer, Peitschenpfeffer , feines Schweinefilet vom besonderen Schwein hab ich auch noch…Die Mengen könnt ihr  der jeweiligen Personenzahl anpassen.

Final die Sprossen, kurz abbrausen unterheben und mit frischem Koreander bestreuen. Gemischter Reis (Basmati/Duftreis) aus dem Reiskocher.
Frisches , knackiges Gemüse, zartes Schweinefilet, die gemischte Pfeffervariation…..
Einen frischen, trockenen Weißwein…. Der Abend ist gerettet.

Wichtig ist hier die verschiedenen Pfeffersorten in dem Wok leicht anrösten bis sie den Duft von Pfeffer in der Nase haben:Mango-Wok 014Mango-Wok 015Mango-Wok 016Mango-Wok 017Mango-Wok 018Mango-Wok 019Mango-Wok 020
Wie wir hier sehr schön sehen können, habe ich  den Pfeffer etwas im Mörser  zerstoßen , bevor er „geröstet“ wurde.

Einwenig schnippeln ist schon angesagt, schaut Euch die Reihenfolge an, nichts ist einfacher ……Mango-Wok 008Mango-Wok 009Mango-Wok 010Mango-Wok 011Mango-Wok 012Mango-Wok 013
Wir kommen hier fast ohne Zugabe von Flüssigkeit aus, die saftigen Mangos,  das Gemüse, etwas schwarzer Sesam, frische rote Tai-Chilis, Ingwer, einwenig Knoblauch , Zitronengras… es duftet unwiderstehMango-Wok 022Mango-Wok 023Mango-Wok 024Mango-Wok 025Mango-Wok 026Mango-Wok 027Mango-Wok 028Mango-Wok 029lich

Wenn es jemand nachkochen will,  einfach den PC mit in die Küche und  los geht das Bilderkochen…..

alles andere kommt von selbst!

"Haushaltsschubladen, Erinnerungen, Stilleben"

Diese  Schubladen kennt jeder,  vollgestopft mit vielen nützlichen Dingen, Küchenhelfern,  Gemüseschneider, Apfelreibe,  Melonenausstecher, Gummiringe,  Spargelschäler, Kartoffelschäler….. endlose wäre die Liste fortzusetzen.
Den teuren Gemüseschäler von der berühmten Marke nehme ich nie, der billige Kartoffelschäler von der Auer Dult , den brauch ich.
Die Geflügelschere ist seit langem stumpf, aber irgendwie hänge ich an ihr. Mein Vater schenkte mir sie Ende der 80ziger…., damit ich endlich das Geflügel teilen konnte….Vater ist seid vielen Jahren verstorben, die Geflügelschere hab ich immer noch..

Dann diese Unart, die Korken hier aufzubewahren  -angeblich weil Kork wertvoll ist und man mal etwas Schönes draus machen will-  Diese  gewollte Unordnung zwischen Dosenöffner u. Korkenzieher hat was!!
Einen kleinen Blick in das Schubladenchaos will ich dem  Leser gönnen:Mango-Wok 001Mango-Wok 002

Auch in dieser Schublade befindet sich etwas einzigartiges… „Mein Kneipchen“
Eine Sonderstellung – Prädikat wertvoll – erhält mein „Kneipchen“. Was ist ein Kneipchen???
Ein Kneipchen ist in der Küche einfach unendbehrlich, ein Kneipchen darf man erst ab ca. 14 bedienen, wenn man sich bewährt hat. Ein Kneipchen hat seine Tücken, ist Helfer in der Not, kann Augen auskratzen, kommt in kleinste Zwischenräume, ersetzt oft einen Schraubenzieher…
Dieses geheimnisvolle Küchengerät hat Geschichte.
Als ganz kleines Mädchen, saß ich auf dem Schoß meines Großvaters und er schälte Äpfel, schnitt hauchdünne Scheiben mit dem Kneipchen. Der Apfel schmeckte zu erst etwas nach Eisen, aber dann schob ich genüßlich einen Apfelschnitz nach dem anderen in den Mund.

Die Geschichten meines Großvaters waren immer irre spannend, sie handelten von den großen Denkern, wie er sie nannte, den einen Satz weiß ich noch ganz genau:““Wenn du zum Weibe gehst, vergiß die Peitsche nicht!“ So hat es Nietzsche geschrieben , erklärte mir mein Großvater. Kind, aber vor solchen Männer nimm Dich in Acht, laß Dich nie unterdrücken und auf keinem Fall von einem Mann, denn die Männer sind manchmal nicht gescheit…., aber Frauen schon. Er konnte die Philosophen und ihr Denken so anschaulich erzählen.
Auch grausame Kriegsgeschichten aus dem 1. Weltkrieg, ich schloß manchmal die Augen und schluckte die Tränen unter. Nicht doch, komm nimm noch einen Schnitz.
Ach und Kartoffeln müssen wir auch noch schälen und mit dem Kneipchen stechen wir denen die Augen aus..“

Bis heute habe ich ein Kneipchen. Es will immer die „Hauptperson“ in der Schublade sein, wie man deutlich sehen kann. Mango-Wok 003Mango-Wok 006

"After Valentinstag"

Mein Valentinsmenü hatte bei den „Küchengöttern“ gewonnen….. , obwohl ich es -ehrlich – nicht angestrebt hatte.
Dies nahm ich zum Anlaß mich doch einwenig näher mit der Materie zu beschäftigen. Warum  ist es an diesem Tag so wichtig,  was man ißt, trinkt……

Die Menschen wollen  schnell, gut, alles perfekt organisieren essen und lieben und haben dennoch diese alte Sehnsucht: „Liebe geht durch den Magen“
Doch das  war gestern. Heute heißt das Zauperwort „Quickie-Food“,  „(S)experten-Dinner“,  „Kamasutra-Menü“, heißen die Valentinsmenüs
Wo  ordne wir uns ein ?? Das „Kamasutra-Menü“ – für Interlektuelle die „Quicki-Food“ für die durchorganisierten, zielorientierten Mittdreißiger mit Bindungshemmung ?, die „(S)experten-Dinner“ für die ganz Abgeklärten, Spezialisten…
Für mich geht Liebe durch den Magen, ehrlich, sinnlich ….
Nächstes Jahr, beflügelt, einwenig Luxus, Austern, Champagner …
Liebe geht durch den Magen!