was ich noch sagen wollte…..

Fasching ist vorbei – wobei die Stadt nur so tut, als feiere sie den hundsnormalen Fasching. Aber das Aschenkreuz wird beim „Aschermittwoch der Künstler“ vom Kardinal auf die Häupter gezeichnet, wie die Süddeutsche mit großem Foto kommentiert.
Der Verteidigungsminister hat sich mit einem „lachenden u. einem „weinenden Auge“ bei Hardrock und ausgesuchten Klängen einen würdigen Abgang verschafft. Mir stellt sich die Frage, was tut er jetzt? Man kann lesen, dass es am Geld nicht hapert, aber eine Aufgabe braucht doch der Mensch! Ist unser Verteidigungsminister an seinem eigenen „Kartenhaus“ gescheitert, gut inszeniert, gut beraten, väterlich umsorgt…..

Irgendwie ist es in der Stadt ruhiger, mir kommts vor als seien die Menschen schon etwas von der Frühjahrsmüdigkeit befallen oder liegt es am angekündigten Streik der Bahn ?

Die U-Bahn fuhr jedenfalls pünktlich, war voll und bescherte mir eine Beoachtung der besonderen Art:

Zwei Mädchen – offentsichtlich Schwestern- klassisch, in dunkelblau gekleidet, markenbewußt natürlich, die schönen aschblonden Haare, zu dicken, langen Zöpfen geflochten, kuschelten sich auf einem Sitz zusammen und die ältere ca. 11-12 umsorgte liebevoll ihre kleine Schwester (7-8) Jahre. Sie flüsterten, lachten miteinander. Dann wurde der Platz neben mir frei. „Mama, hier ist Platz, komm doch“, sagte das ältere Mädchen. Mutter, Mittvierzigerin, gezeichnet vom interlektuellen Stress ihres Lebens, Haare streng zurückgekämmt,Rucksack, ebenfalls klassisch, sportiv angezogen, nahm wortlos platz und richtete zu gleich die offenbar wichtigste Frage des Morgens an das kleine Mädchen:“ Hast Du Dein Buch ?“, sofort kramte das kleine Mädchen, sein Kinderbuch heraus und begann dienstbeflissen zu lesen. Niedlich schaute es über die ebenfalls kleine , klassische, ich nenne sie mal „Gutenbergbrille“ für kleine Mädchen, farblos, unauffällig, interlektuell. Auch die große Schwester begann sofort in einem dicken Buch zu lesen. Mutter laß bereits im gebundenen Buch mit Schutzumschlag. Leider konnte ich den Titel nicht erhaschen. „Hast Du auch das Buch für den Sport dabei ?“
„Ja, Mama“ habe ich auch. Sie öffnete kurz ihre kleine, klassische Tasche…

Dabei gibt es gerade in der U-Bahn für Kinder soviel zu schauen und es ist doch auch einmal schön sich einfach durch die dunkle Röhre in den Tag rattern zu lassen, müssen wir denn immer lesen, denken , rechnen….
Ob diese Kinder später noch lesen ?, ich meine Literatur, keine Exeltabellen..